Das Alpaka

Geschichte

Vor mehreren tausend Jahren wurden Alpakas in den südamerikanischen Anden von den Vorfahren der Inkas aus dem Vikunja domestiziert. Vikunjas und Guanakos sind wildlebende Neuweltkameliden. Alpakas gehören neben Lamas auch zu dieser Familie der Kamele.

Nutzen

Alpakas werden wegen ihrer hochwertigen Wolle gezüchtet. Das Vlies zeichnet sich durch Feinheit, Dichte, Weichheit und Glanz aus. Durch die Feinheit der Faser besteht eine hohe Wärmewirkung. Die Alpakafaser hat sehr feine enganliegende Schuppen mit geringem Fettanteil, dadurch können Schmutz und Geruch schwer haften und ist hervorragend für Allergiker geeignet.
Wegen ihres ruhigen, freundlichen und schüchternen Charakters werden Alpakas auch gerne für tiergestützte Aktivitäten und zu Therapiezwecken eingesetzt.

Haltung

Alpakas sind Herdentiere mit einem sehr ausgeprägten Sozialverhalten und sollten daher immer in einer Gruppe von mindestens drei Tieren gehalten werden. Artfremde Tiere können ihre Familienbande nicht ersetzen. Neuweltkameliden sind überaus anpassungsfähig und  fühlen sich in den kargen Anden, aber auch in unseren kontinental gemäßigten Breiten wohl.

Gesetzliche Grundlagen

Weidehaltung

  • Mindestgröße für eine Weide beträgt 1000 m² für zwei Tiere. Empfohlen werden allerdings 10 – 12 Tiere pro ha. Achten sollte man dabei auf die Nährstoffversorgung. Überweidung verhindern – mehrere Parzellen! Wichtig dabei sind Dauerweide, Standweide, Portionsweide. Auch ein Treibgang wäre ideal. Hygiene hat einen großen Stellenwert! Kotplätze sollten immer gesäubert werden. Zäune sollten stabil, gut sichtbar und ausbruchssicher sein. Empfohlen wird eine Höhe von 1m – 1,5Om.
  • Der Maschendrahtzaun sollte unten eng und nach oben hin weiter werden. Der Kopf der Tiere darf nicht durchpassen. Sand und Staubbäder haben die Pakos im Sommer gern. Geeignete Möglichkeiten sollten dafür auf der Weide geschaffen werden. Auch Scheuermöglichkeiten den Tieren anbieten.

Stallhaltung

Der Stall sollte jedem Tier ausreichend Witterungsschutz bieten. Freier Zugang für alle Tiere ist wichtig. Der Weideunterstand soll trocken und zugfrei sein. Gesetzlich ist eine Stallgröße von mindestens 4 m² pro Tier vorgesehen. Für jedes weitere Tier 1 m². Wir empfehlen 4 m² pro Tier. Achten sie bitte auch darauf, dass keine Verletzungsgefahr besteht. Alle Kanten und Spitzen entfernen. Der Boden sollte leicht zu reinigen, desinfizieren und rutschfest sein. Bitte auch an Stauraum denken. Wichtig ist ein Heulager und Gerätelager. Manche Amtstierärzte verlangen auch eine Behandlungs- und Geburtenbox. Futterplätze für Heu(Raufen, Krippen) und Kraftfutter(Tröge, Rinnen) sollten genügend vorhanden sein. Alpakas wollen alle gleichzeitig fressen, daher sollten mindestens 40 cm pro Tier an der Futterkrippe einberechnet werden. Uneingeschränkter Zugang zu frischem Wasser ist wichtig.

Genügend Selbsttränker sollten vorhanden sein. Keine Tränke die unter Druck arbeitet verwenden. Alpakas haben im Winter auch gern temperiertes Wasser. Auf alle Fälle müssen die Tränken frostsicher sein. Die richtige Fütterung ist wichtig und führt zu Wachstum, guten Fortpflanzungsleistungen, guter Wollproduktion und optimalen Körperkonditionen. Alpakas sind angepasst an rohfasereiche und vergleichsweise nährstoffarme Futtermittel. Das Futter muss den Energiebedarf decken. Alpakas wiegen durchschnittlich 65kg und fressen 1,1kg Heu und 4,5kg Gras pro Tag. Das heißt pro Tier benötige ich ca einen großen Rundballen pro Jahr. Wichtig: In unseren Böden fehlt oft Selen und Zink. Durch mineralhaltige Lecksteine, Kraftfutter und Vitamingaben kann man Mängel ausgleichen.